Der Rhein als Spiegel

Bei meinen letzten Industriefotografien, versuchte ich den Rhein als SpiegelVordergrund zu benutzen. Wie das geht und welche Erfahrungen ich dabei gemacht habe, möchte ich euch gerne in diesem Blog zeigen.

Die Spiegelung im Rhein vom GKM in Mannheim und vom RDK in Karlsruhe gibt es so wie sie auf den Fotos zu sehen sind. Dafür ist kein EBV notwendig. Es wird euch jedoch nicht gelingen diese Spiegelung mit dem schnell fließenden Rhein direkt hinzubekommen. Daher ist es wichtig Stellen zu suchen, in denen das Wasser quasi steht. Beim GKM ist dies der Kohlehafen und beim RDK kann man die Buhnen auf der gegenüberliegenden Seite benutzen. Den die Buhnen haben den Effekt/Aufgabe das Wasser/Strömung in der Rheinmitte zu halten, so das es zwischen den Buhnen das Wasser so gut wie keine Strömung mehr aufweist. Dann brauch man noch Niedrigwasser im Rhein, so das die Bohnen nicht überspült werden. Es war so wenig Wasser, das zwischen den Buhnen der Wasserstand nur (schätzungsweise) 10cm hoch waren. Dort war dann die Spiegelung perfekt. Wenn man oben vom Ufer aus fotografiert, dann ist der Bereich mit der perfekten Spiegelung jedoch recht klein. Also nichts wie runter ans Wasser (ein Stativbein war im Wasser) und von so weit unten wie möglich fotografieren. Dadurch wird die Spiegelfläche größer. Jedoch habe ich noch ein Phänomen entdeckt, was mir das Fotografieren erschwert hat. Der Wasserstand zwischen den Buhnen hat sich zyklisch geändert. So das man immer dem Moment abwarten muss bis der Höchststand erreicht war und es für einen kurzen Moment überhaupt keine Strömung gab. Ich habe das gesehen und versucht zu beachten. Doch im Nachhinein habe ich festgestellt, das ich eine kürzere Belichtungszeit hätte wählen müssen, dann wäre die Spiegelung noch perfekter geworden.

Eine weiter große Rolle spielt das Wetter. Wichtig hierbei ist vor allem Windrichtung und Windstärke. Bei beiden Bildern gab es nur in etwas höheren Luftschichten leichten Wind, so das es am Boden/Wasseroberfläche absolut Windstill war. Ich achte auf die Windrichtung, damit der Rauch aus den Schornsteinen in Richtung Kraftwerk zieht und damit es möglich ist ein kompakteres und somit größeres Bild von den Kraftwerken zu mache. Wenn der Wind in die andere Richtung weht, geht der Rauch aus dem Bild raus. Entweder man folgt Ihm mit mehr Weitwinkel oder man schneidet ihn (meines Erachtens) unschön am Bildrand ab. Hinzu kommt, das es im Kraftwerk soviele Lichter gibt, das der Rauch von unten bestrahlt wird, was ihn deutlich vom Himmel abhebt. Nun zu den Kraftwerken selbst. Diese Aufnahmen entstanden lange nach dem die Sonne untergegangen ist. Erst dann kommen die vielen Lichter erst so richtig zu Geltung. Dies hat jedoch den Nachteil, das man mit starken Kontrasten zwischen Dunkel und Lichtern zu kämpfen hat. Abhilfe schaffe hierbei zwei Möglichkeiten, die ich beide angewendet habe.

Möglichkeit 1. beim Bild vom GKM in Mannheim: Man benutzt zusätzliche Lichtquellen. Doch welche ist stark und groß genug das ganze Kraftwerk inkl. Vordergrund auszuleuchten? Der Vollmond!! Ich macht diese Foto am 05.01.15 bewusst bei Vollmond, der schräg hinter mir Stand, um auch einen leichten Schattenwurf zu habe. Man glaubt gar nicht wie hell ein Vollmond mit Langzeitbelichtung sein kann. Wichtig ist nur beim fotografieren darauf zu achten, die Belichtung so einzustellen, das keine Lichter Ausreisen und die Tiefen nicht "absaufen". Dies kontrolliere ich anhand des Histogramms. Ich achte dabei stets, das links und recht im Histogramm noch ein wenig Platz ist. Dann ist die Bearbeitung am Rechner eine schnelle Sache. Man brauch nur noch die Farbtemperatur anpassen (ich mag es ehe ein wenig kühler -> Richtung blau), die Lichter runter, die Tiefen rauf, etwas schärfen und fertig ist das Bild in weniger als 5 Minuten.

Möglichkeit 2: Nicht immer trifft klares, nahezu Windstilles Wetter, Wind aus der richtigen Richtung und Vollmond zusammen (okay wer Geduld hat kann darauf warten). So kommt die Variante 2 ins Spiel. Ich mache dann immer eine Belichtungsreihe, wobei die Bilder immer einen Abstand von einer Blende in der Belichtung haben. Dabei achte ich darauf, das das Bild mit der kürzesten Belichtungszeit keine ausreizenden Lichter mehr hat und das mit der längsten Belichtungszeit genug Zeichnung in den Tiefen vorhanden ist. Dies setzt ich später am Rechner per Luminanzmasken zusammen. Hierbei ist der Zeitaufwand schon etwas höher. Ich benötige im Durchschnitt dann etwa 20-30 Minuten je Bild. Dies hängt davon ab, wie viele Bilder nötig waren um oben genannte Bedingungen zu erfüllen. Angewendet habe ich diese Technik bei den Bildern vom RDK.

Rhein mirror
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